Ende September. Die Paradeiser schwächeln, die Fisolen sind abgeerntet, das Sommerbeet wirkt müde. Doch eine Pflanze tanzt noch immer — hüfthoch und schwerelos, übersät mit rosa, weißen und karminroten Schalen, die sich beim leisesten Windhauch wiegen. In Japan nennt man sie Akizakura — „Herbst-Kirschblüte“.
Die meisten von uns verbinden die Cosmea mit dem englischen Cottage-Garten. Doch ihre europäische Geschichte beginnt ganz nah bei uns: in den kaiserlichen Gärten von Schönbrunn, vor mehr als 225 Jahren.
Von Mexiko nach Madrid — und weiter nach Schönbrunn
Die Cosmea stammt aus Mexiko. Sie gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae), wie Sonnenblume, Dahlie und Zinnie. Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist eigentlich ein Blütenkorb: blütenblattartige Zungenblüten rund um eine Scheibe aus winzigen Röhrenblüten.
1789 erreichten Samen aus Mexiko den Königlichen Botanischen Garten in Madrid. 1791 beschrieb der Botaniker Antonio José Cavanilles dort Cosmos bipinnatus und die gelbe Verwandte C. sulphureus erstmals wissenschaftlich.
Und jetzt die Wiener Pointe: In den 1790er-Jahren illustrierte Nikolaus Joseph von Jacquin beide Arten nach Pflanzen, die in Wien wuchsen. 1798 veröffentlichte er die rosa Gartencosmea in seinem Prachtwerk über die seltenen Pflanzen von Schönbrunn — unter dem Namen Coreopsis parviflora. Eine mexikanische Blume, gemalt im Garten des Kaisers: Das ist das früheste Kapitel der Cosmea in Mitteleuropa.
Was steckt im Namen?
Kosmos ist griechisch und bedeutet Ordnung, Harmonie und Schmuck — dieselbe Wurzel wie „Kosmetik“. Das passt zu einer Blüte mit so sauber angeordneten Strahlen. Der Artname bipinnatus heißt „doppelt gefiedert“ und beschreibt das fein zerteilte, fast farnartige Laub.
Im Deutschen heißt sie Kosmee, Cosmea oder — besonders hübsch — Schmuckkörbchen. Und in Japan ist sie, wie gesagt, die Kirschblüte des Herbstes.
Die Viktorianer verlieben sich in ein mexikanisches Gänseblümchen
Niemand hat die Cosmea im Alleingang berühmt gemacht. Drei Kräfte wirkten zusammen: Botanische Gärten brachten sie in die europäische Gartenkultur. Der Samenhandel machte sie billig und einfach — aus der Samentüte gesät, monatelang blühend. Und Züchter formten sie immer wieder neu, für jede Art von Garten.
Der Zeitgeist half mit. 1870 veröffentlichte William Robinson The Wild Garden und plädierte für natürliche, fließende Pflanzungen statt starrer viktorianischer Teppichbeete. Später prägte Gertrude Jekyll informelle Gärten und Farbharmonien — die Brücke zum heutigen Cottage-Stil. Dass Jekyll persönlich die Cosmea förderte, ist nicht belegt. Aber gemeinsam schufen sie und Robinson jene Ästhetik, in der eine lockere, üppig blühende Sommerblume glänzen konnte.
Schon vor der Edwardianischen Zeit wuchs die Cosmea in viktorianischen Gärten, und ihre Beliebtheit stieg bis ins 20. Jahrhundert weiter.
1901: Die Cosmea wird zum Titelmädchen
1901 setzten die Bostoner Samenhändler R. & J. Farquhar rosa, rote und weiße Cosmeen auf das Titelblatt ihres Samenkatalogs. In einer Zeit, in der der Katalog oft der einzige Vertreter einer Firma war, war dieser Platz Gold wert — der Beweis, dass die Cosmea am Ende der viktorianischen Ära ein Verkaufsstar geworden war.
Farquhar hatte ein echtes Problem gelöst: Die ursprüngliche Cosmea blühte sehr spät, in kühlen Klimazonen oft zu spät. Ihre frühblühenden Auslesen holten die Blüte in den Sommer. Der Katalog befindet sich heute in der Horticultural Artifacts Collection der Smithsonian Gardens. Der komplette Farquhar-Katalog von 1901 wurde von der US-Nationalen Agrarbibliothek digitalisiert und ist im Internet Archive frei einsehbar.
Auf der Suche nach der besseren Cosmea
Züchter wählten Pflanzen nach Farbe, Blütenform, Verzweigung, Höhe und früher Blüte aus und festigten sie zu einheitlichen Sorten. Im 20. Jahrhundert wurden Namen wie ‘Sensation’ zu Katalog-Klassikern. Heute züchten Saatgutfirmen auf verlässliche Farben, planbare Höhe, gute Keimung, reiche Blüte und gleichmäßigen Wuchs.
Die letzten Jahrzehnte brachten drei Revolutionen:
- Form. ‘Sea Shells’ hat eingerollte, röhrenförmige Blütenblätter. ‘Double Click’ trägt zusätzliche Blütenblattkränze wie eine kleine Dahlie. Bei ‘Cupcakes’ sind die äußeren Blütenblätter zu einer flachen Schale verwachsen.
- Größe. Zwergserien wie ‘Sonata’ behalten die klassische Blüte auf rund 30 cm hohen Pflanzen — ideal für Töpfe.
- Farbe. ‘Xanthos’ brachte zartes Gelb in C. bipinnatus, eine Art, die bis dahin nur Weiß, Rosa und Rot kannte. Laut Gartenautor Graham Rice kamen die ersten gelbblühenden C. bipinnatus 2017 auf den Markt.
Gut zu wissen: Eine Sorte mit Namen ist nicht automatisch eine F1-Hybride. ‘Double Click’, ‘Sonata’ und ‘Cupcakes’ sind Handelsserien; der Name allein verrät nicht, wie sie gezüchtet wurden. Die meisten bekannten Cosmeen sind aus Samen vermehrte Auslesen, keine F1-Sorten.
Die Schokoladen-Cosmea: ein Mythos, eine Rettung, eine Heimkehr
Das spannendste Kapitel gehört einer anderen Art: Cosmos atrosanguineus, der Schokoladen-Cosmea. Ihre samtigen, tief burgunderroten Blüten duften an warmen Tagen tatsächlich nach Kakao.
- 1860: Der Pflanzenjäger Benedikt Roezl sammelt sie in Hidalgo, Mexiko.
- 1861: William Hooker beschreibt und illustriert sie in Curtis’s Botanical Magazine.
- Spätes 19. Jahrhundert bis 1942: Thompson & Morgan verkauft das Saatgut. Laut Gardenista brachte William Thompson sie 1885 in den Handel.
Dann wurde es düster. Jahrzehntelang hieß es, die Schokoladen-Cosmea sei in der Natur ausgestorben und überlebe nur als ein einziger steriler Klon in Kew. Eine schöne Geschichte — aber falsch. Wildpopulationen wachsen in Guanajuato, Querétaro und San Luis Potosí, auf etwa 1.800 bis 2.450 Metern Höhe. Graham Rice trug die Belege 2017 in The Plantsman zusammen: In Mexiko ist die Pflanze sogar recht häufig.
In den Gärten allerdings war sie tatsächlich zu einer sterilen Pflanze geworden, die man nur teilen konnte. Die Rettung kam aus Neuseeland. In Dunedin züchteten die Genetiker Russell Poulter und Margaret (Margi) Butler von der University of Otago zwischen 1990 und 1997 eine samentragende Schokoladen-Cosmea. Sie nannten sie ‘Pinot Noir’; 1997 wurde sie sortenrechtlich geschützt. Der Züchter Keith Hammett schuf daraus später ‘Dark Secret’, ‘Eclipse’ und ‘Spellbound’.
Und dann schloss sich der Kreis: Um 2010 schickte die neuseeländische Gärtnerin Lesley Cox Samen an Anne Wright von der Dryad Nursery in Yorkshire — und von dort gelangten sie wieder zu Thompson & Morgan, jener Firma, die sie bis 1942 verkauft hatte.
Noch eine Wendung: 2008 kreuzten japanische Forscher die Schokoladen-Cosmea mittels Embryo-Rescue mit der gelben C. sulphureus. Das Ergebnis hatte karminrote Blüten — eine echte Kreuzung zweier Arten, nicht bloß eine Auslese innerhalb einer Art.
Die Familie: drei Arten
Die Gattung ist groß, doch drei mexikanische Arten zählen in unseren Gärten am meisten. Laut Gardens Illustrated umfasst die Gattung rund 30 Arten, ein- und mehrjährige.
| Art | Deutscher Name | Wuchs | Farben | Wichtig |
|---|---|---|---|---|
| Cosmos bipinnatus | Gartencosmea, Schmuckkörbchen | Einjährig, 120–180 cm (Zwergformen 30–60 cm) | Weiß, Rosa, Rot, Karmin — inzwischen auch Hellgelb | Stammform fast aller Gartensorten |
| Cosmos sulphureus | Gelbe oder orange Cosmea | Einjährig | Goldgelb, Mandarine, Orange, Orangerot | Liebt Hitze; wichtig für Artkreuzungen |
| Cosmos atrosanguineus | Schokoladen-Cosmea | Nicht winterharte Staude mit fleischigen Knollen | Samtig dunkles Burgunderrot | Kakaoduft; in Österreich frostfrei überwintern |
Die Sorten im Porträt
Die Klassiker (C. bipinnatus)
| Sorte | Höhe | Aussehen | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| ‘Sensation’ (Mischung) | Hoch | Große einfache Blüten in Weiß, Rosa, Karmin | Katalog-Klassiker des 20. Jahrhunderts; Beethintergrund |
| ‘Purity’ | 90–120 cm | Reinweiß mit goldgelber Mitte | Weiße Gärten, Bänder entlang von Wegen, Schnitt |
| ‘Mammut Mischung’ | Ca. 90 cm | Große Blüten, gemischt | Unkomplizierter Bauerngarten-Füller |
| ‘Rubenza’ | 70–100 cm | Tiefes Rubinrot, verblasst mit dem Alter | Kontrast zu weißer Cosmea und Silberlaub |
| ‘Antiquity’ | Mittel | Burgund, verblasst zu antikem Lachs | Schnittblumen im Vintage-Ton |
| ‘Apricotta’ | 80–100 cm | Apricot, Zartrosa und Pfirsich | Mit Bronzefenchel, dunklen Dahlien, Gräsern |
| ‘Xsenia’ | Kompakt | Kirschrosa mit Pfirsichtönen | Töpfe, Beeteinfassungen |
| ‘Tip Top Picotee’ / ‘Picotée’ | Mittel | Weiß mit purpurrosa Rand | Bauerngarten |
| ‘Capriola’ | Ca. 1,2 m | Weiß mit rosa Rand, sehr reichblühend | Graham Rice’ persönlicher Favorit |
| ‘Fizzy White’ | Mittel | Luftiges, zartes Weiß | Sarah Ravens kompakterer Ersatz für ‘Purity’ |
Neue Blütenformen
| Sorte | Höhe | Aussehen | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| ‘Sea Shells’ / ‘Seashells Red’ | Hoch | Eingerollte, röhrenförmige Blütenblätter, Weiß bis Karmin oder Rot | Blickfang in Beet und Vase |
| ‘Double Click’-Serie | 90–120 cm | Zusätzliche Blütenblattkränze wie kleine Dahlien; ‘Cranberries’ tief burgunderrot auf ca. 1,1 m Stielen; dazu ‘Rose Bonbon’, Weiß und Karmin | Schnittgarten, romantische Beete |
| ‘Cupcakes’ Blush / White | 90–120 cm | Verwachsene Blütenblätter bilden eine Schale von 10–12 cm; Blush öffnet weiß und färbt sich rosa | Die Form ist der Star — toll in der Vase |
| ‘Razzmatazz’ | Mittel | Rosa und Weiß, halbgefüllt | Verspielte Mischbeete |
| ‘Cosmonaut’ | Mittel | Weiß, halbgefüllt | Sanfte, helle Pflanzungen |
| ‘Psyché’ | Mittel | Halbgefüllt, gemischte Farben | Lockere Mischbeete (bei Vilmorin) |
Kompakt und neue Farben
| Sorte | Höhe | Aussehen | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| ‘Sonata’-Serie | Ca. 30 cm | Große einfache Blüten in Weiß, Rosa, Karmin | Töpfe, Beetrand |
| ‘Xanthos’ | Ca. 60 cm | Zartes Hellgelb, kompakt | Ränder von Gemüsebeeten |
| ‘Easy Wins’ | Kompakt | Sanftes Pastellgelb | Einsteiger, Töpfe |
| ‘Gazebo’ Mischung | Kompakt | Rot, Rosa und Weiß | Balkonkästen |
Warme Farben (C. sulphureus)
| Sorte | Höhe | Aussehen | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| ‘Sunny Orange’ | Ca. 35 cm | Leuchtendes Orange | Heiße Töpfe, mit blauem Leberbalsam |
| ‘Millennium’ / ‘Brightness’ Mischungen | Niedrig bis mittel | Gelb, Orange und Rot | Sonnige, üppige Beete |
| ‘Carioca’ | Mittel | Warmes Orange und Gelb | Spätsommerfarbe |
| ‘Klondyke’ | Mittel | Goldorange | Historischer Typ, 1910 von Yates in Neuseeland angeboten |
Schokoladen-Cosmea (C. atrosanguineus)
| Sorte | Aussehen | Hinweis |
|---|---|---|
| ‘Pinot Noir’ | Dunkles Burgund, Schokoladenduft | Erste samentragende Form, gezüchtet in Neuseeland, geschützt 1997 |
| ‘Dark Secret’, ‘Eclipse’, ‘Spellbound’ | Dunkle Schokoladen-Cosmea-Auslesen | Von Keith Hammett aus ‘Pinot Noir’-Material gezüchtet |
Das französische Saatguthaus Vilmorin führt außerdem seltener gesehene Namen wie die warmtonige Mischung ‘Aldebaran’ und ‘Feng Shui’. Höhen mit „hoch“ oder „mittel“ sind Schätzungen — bitte auf der Samentüte nachsehen.
Beste Freunde: Was passt zur Cosmea?
Die Cosmea ist die perfekte Teamplayerin. Ihre leichte, luftige Gestalt macht schwerere, formellere Pflanzen weicher und lässt Licht zu allem, was dahinter wächst.
Im Blumenbeet
| Partner | Warum es funktioniert | Tipp |
|---|---|---|
| Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis) | Violette Dolden schweben zwischen rosa oder weißer Cosmea; beide sind durchscheinend | Ideal für naturnahe Beete |
| Dahlien | Lockere, einfache Cosmea vor großen, strukturierten Dahlienblüten | Weiße Cosmea mit Dahlie ‘Café au Lait’; karminrote Cosmea mit burgunder- oder bronzefarbenen Dahlien — die Knollen nicht bedrängen |
| Salbei | Blaue und violette Ähren vor runden rosa, weißen oder karminroten Blüten | Höhe und Blütezeit abstimmen |
| Blaue Blüten zu oranger Cosmea | C. sulphureus mit blauem Leberbalsam, blauem Salbei oder violettem Eisenkraut | Warme Farben mit kühlen Akzenten |
| Ziergräser | Federgras (Stipa/Nassella tenuissima) bringt Bewegung zu den schlanken Stielen | Am besten in größeren, lockeren Beeten |
Im Gemüsegarten
Hier zeigt die Cosmea, was sie kann. Sie liefert Nektar und Pollen; die britische Royal Horticultural Society (RHS) führt C. bipinnatus auf ihrer Liste der Bestäuberpflanzen. Vielfältige Blüten nahe dem Gemüse ernähren Nützlinge wie Schwebfliegen, deren Larven (bei manchen Arten) Blattläuse fressen.
- Paradeiser und Paprika: an den Beetenden oder an der Nordseite, mit kompakten Sorten, damit nichts beschattet wird.
- Stangenbohnen und Erbsen: weiße oder zartrosa Cosmea vor einem Bohnentunnel — außerhalb des Wurzelbereichs und mit Platz zum Ernten.
- Zucchini, Kürbis und Zierkürbis: rund um den Beetrand, nicht zwischen die großen Blätter. Diese Kulturen brauchen Bestäuber.
- Gurken und Kohl: in der Nähe oder in einem benachbarten Blühstreifen für mehr Insektenvielfalt.
- Salat, Karotten und niedrige Kulturen: kompakte Cosmea an Beetecken oder Wegrändern.
Ehrlich gesagt: Die Cosmea bindet keinen Stickstoff, und es gibt keine guten Belege, dass sie allein Schädlinge vertreibt oder Erträge steigert. Anordnung, heimische Bestäuber und Standort spielen mit. Für den Gemüsegarten eignen sich einfach blühende Sorten mit offener gelber Mitte — bei stark gefüllten Blüten kommen Insekten viel schwerer an den Pollen.
Cosmea in Österreich anbauen: kleine Details, große Wirkung
Die Cosmea ist unkompliziert — doch ein paar Details entscheiden, ob man üppiges Laub oder Wolken von Blüten erntet.
- Aussaat (April–Mai). Im April drinnen bei 18–22 °C vorziehen oder nach den Frösten direkt ins Freie säen — in weiten Teilen Österreichs etwa ab Mitte Mai. Viele warten traditionell die Eisheiligen (12.–15. Mai) ab.
- Auspflanzen (ab Mitte Mai). Jungpflanzen vorher abhärten. Volle Sonne, 30–50 cm Abstand, bei hohen Sorten mehr. Laut RHS blüht Cosmea im Schatten nicht.
- Entspitzen. Wenn die Jungpflanzen einige echte Blattpaare haben, die Triebspitze auskneifen. Sarah Ravens Faustregel: nach drei Blattpaaren — im Zweifel lieber entspitzen.
- Sparsam düngen. Mäßig nährstoffreicher, durchlässiger Boden genügt. Zu viel Stickstoff bringt Blätter statt Blüten — also keine stark gedüngten Gemüsebeete. In Perch Hill testet Sarah Raven sogar Splitt im Boden, der ihn magerer macht: für frühere Blüten und weniger Rost.
- Verblühtes entfernen. Regelmäßig ausputzen — dann blüht die Cosmea bis in den Oktober.
- Stützen oder in Gruppen pflanzen. Hohe Pflanzen werden leicht kopflastig; in Gruppen verhaken sich die fiedrigen Blätter und die Pflanzen stützen einander.
- Schokoladen-Cosmea überwintern. Einjährige Cosmea stirbt beim ersten starken Frost. Die Knollen der Schokoladen-Cosmea ausgraben und frostfrei lagern oder die Pflanze im Topf kühl und geschützt überwintern.
Schnittblumen für Wochen. Sarah Raven hat einmal einen einzigen Quadratmeter ‘Purity’ beobachtet und über eine Saison rund 50 Kübel Blumen geschnitten. Am besten morgens schneiden, wenn sich die Knospen gerade öffnen.
Eigenes Saatgut. Samen sammeln, sobald die Blütenköpfe trocken sind. Wachsen aber mehrere Sorten zusammen, kreuzen Insekten sie ein, und die Sämlinge variieren in Farbe, Form und Höhe. Das ist das halbe Vergnügen — nur eine exakte Kopie einer Handelssorte darf man nicht erwarten. Saatgutfirmen brauchen dafür Isolierung, kontrollierte Bestäubung, Auslese und Saatgutprüfung.
Wo man Cosmea am schönsten sieht
- Perch Hill, East Sussex. Sarah Ravens Garten kombiniert Cosmea großzügig mit Dahlien in satten, abgestimmten Farben und dient zugleich als Versuchsgarten für Sorten. Besucher beschreiben hohe Töpfe mit Schokoladen-Cosmea und Rutenhirse entlang des Kieswegs. Offene Gartentage auf der Website prüfen.
- Great Dixter, East Sussex. Mutige Sommerblumen in vielschichtigen Pflanzungen — eine Meisterklasse in Höhe, Farbe, Abfolge und Selbstaussaat.
- Clare Foster. Die Gartenredakteurin von House & Garden verwebt Cosmea in Beeten und Töpfen mit Knorpelmöhre (Ammi majus), Dahlien und Glockenblumen — locker, aber sorgfältig komponiert.
- RHS Wisley Trials Garden, Surrey. Hier wachsen Sorten Seite an Seite im Test für den RHS Award of Garden Merit. Bei einer jüngeren Sichtung in Wisley wurden fast 90 einjährige Cosmea-Sorten verglichen.
Suchbegriffe für Pinterest: „cosmos Perch Hill dahlias“, „cosmos French potager“, „cosmos bean tunnel“, „cosmos Café au Lait dahlia“ sowie die Sortennamen ‘Purity’, ‘Apricotta’, ‘Rubenza’, ‘Cupcakes White’ und ‘Double Click Cranberries’.
Ein Pflanzplan zum Nachmachen
Die Cosmea klettert nicht — sie gehört neben den Gemüsetunnel, nicht darüber. Ihre luftigen Blüten bilden einen leichten, bewegten Schleier vor dem dichten Laub der Kletterpflanzen.
| Wo | Sorten | Partner |
|---|---|---|
| Entlang eines langen Wegs oder Tunnels | Hohe weiße ‘Purity’ in großen Gruppen, dazwischen etwas ‘Rubenza’ | Stangenbohnen und Zierkürbisse, tief karminrote Dahlien, dunkellaubige Pflanzen |
| Enden der Hochbeete | Kompakte ‘Xanthos’ und ‘Xsenia’ | Purpurbasilikum, Bronzefenchel, dunkler Salat |
| Rund ums Dahlienbeet | ‘Apricotta’, ‘Purity’, ‘Rubenza’ | Dahlien ‘Café au Lait’ in Apricot, Creme, Weiß und tiefem Burgund |
Zum Schluss
Von einem mexikanischen Hang in den Garten des Kaisers in Schönbrunn, vom Bostoner Katalogtitel ins Gewächshaus eines Genetikers in Dunedin — kaum eine Blume ist so weit gereist und verlangt so wenig. Säen Sie im Frühjahr eine Tüte aus. Spätestens im September verstehen Sie, warum man sie in Japan die Kirschblüte des Herbstes nennt.
Quellen
- Farquhar’s catalogue of seeds 1901 — Internet Archive
- Farquhar 1901 cover scan — Wikimedia Commons
- The best cosmos varieties — Gardens Illustrated (Graham Rice)
- Cosmos plant guide — RHS
- RHS Wisley Trials Garden
- The story of Cosmos atrosanguineus — Graham Rice, The Plantsman 2017
- Gardening 101: Chocolate Cosmos — Gardenista
- Sarah Raven podcast ep. 67 — cosmos tips
- Sarah Raven — favourite half-hardy annuals (‘Purity’)
- A week at Perch Hill — Garden Museum
- Cosmos bipinnatus — Wikipedia
- Great Dixter