Die Rose in diesem Garten ist ein Klon der historischen Damaszener-Rosen aus Gustav Klimts eigenem Garten — an seinem letzten Atelier in Wien-Hietzing.
Bei der Restaurierung des Gartens der Klimt-Villa entdeckte man, dass zwei der ursprünglichen Rosenstöcke mehr als ein Jahrhundert überdauert hatten. Diese überlebenden Pflanzen wurden zum Ausgangsmaterial, um die historische Rose zurückzugewinnen.
Ein bewahrtes Erbe
Der Wiener Rosenexperte Prof. Herbert Eipeldauer stellte die Rosen aus Klimts Garten nicht durch Züchtung einer neuen Sorte wieder her, sondern indem er rettete, was geblieben war. Er fand die überlebenden historischen Rosenstöcke, nahm Stecklinge, veredelte sie auf robuste Wildrosen-Unterlagen und vermehrte genügend Pflanzen, um den ursprünglichen Garten wieder zum Leben zu erwecken.
Die beiden ursprünglichen Stöcke stammen vermutlich aus der Zeit um 1900. Bemerkenswerterweise überstanden sie die spätere Umgestaltung des Grundstücks und dienten direkt als Mutterpflanzen für die Vermehrung. Die heutigen Klimt-Villa-Rosen sind genetisch identisch mit genau jenen Stöcken, die blühten, während Klimt dort arbeitete — dieselben lebenden Pflanzen, durch die Zeit weitergegeben. Keine moderne Hybride, die nur seinen Namen trägt.
Woher wissen wir das?
Die Belege bilden eine klare, dokumentierte Kette:
- 1911 Klimt bezieht sein Atelier in der Feldmühlgasse; zeitgenössische Fotografien und Aufzeichnungen beschreiben den Blumengarten dort.
- 1912 Er malt Rosen unter Bäumen an ebendiesem Ort — die echten Rosen inspirierten das Gemälde.
- ≈100 Jahre Zwei ursprüngliche Rosenstöcke überdauern die Umgestaltung des Grundstücks.
- Restaurierung Prof. Eipeldauer vermehrt die Überlebenden durch Veredelung — zweiundzwanzig geklonte Pflanzen werden neu gesetzt und stellen den Garten wieder her.
Die Restaurierung stellte die lebende Szene wieder her, die Klimt einst gemalt hatte — keinen Garten, der dem Kunstwerk nachempfunden wurde.
Was für eine Rose ist das?
Eine Damaszener-Rose — eine der ältesten Kulturrosen Europas, zu Klimts Zeit bereits Jahrhunderte alt. Damaszener-Rosen sind bekannt für ihre stark gefüllten, intensiv duftenden Blüten, graugrünes Laub, überhängende Sträucher und meist eine einzige Blüte im Jahr.